Geschichte
und Geschichten

Wer war eigentlich Hermann Breymann?

Freibad mit Geschichte

2019 wurde das Freibad 60 Jahre alt.

Hermann-Breymann-Bad

Seit 1983 trägt das Freibad diesen Namen.

Die Geschichte des Freibads

Das Freibad an der Allee hat 2019 sein 60jähriges Bestehen gefeiert. Zu Ehren seines Ideengebers und Promotors heißt es seit 1983 Hermann-Breymann-Bad.

Am 27. Juni 1959, einem Samstag bei bestem Wetter, und gleichzeitig auch noch Siebenschläfertag, wurde das Freibad in Voerde feierlich seiner Bestimmung übergeben. Dabei kam es zu einem großen Auflauf, denn das Ereignis erregte Aufsehen über die Stadtgrenzen hinaus. Mit Pauken und Trompeten wurde für die aufstrebende Stadt Voerde ein neues Zeitalter eingeläutet, und eine Vielzahl von Honoratioren konnten Zeuge des für die Bevölkerung so wichtigen Ereignisses werden.

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Wer war eigentlich Hermann Breymann?

Geboren am 14.01.1898 in Dinslaken, gestorben am 20.10.1958 in Voerde, war Hermann Breymann zunächst Lehrer in Dinslaken und Mehrum, danach Rektor der Pestalozzischule in Voerde. Als Kommunalpolitiker wurde er in die Gemeindeverwaltung Voerde und in den Kreistag nach Wesel gewählt. Als Bürgermeister von Voerde (1956 bis 1958) hat er den Freibadbau leidenschaftlich vertreten und initiiert, die Fertigstellung jedoch nicht mehr miterleben dürfen.

Folgende Zitate zum “Erläuterungsbericht” des Voerder Gemeindebaurats, verfasst 1958 zur Begründung des Freibadbaus, können  uns mittlerweile zwar zum Schmunzeln veranlassen, sollten uns aber heute noch Maßstab sein, wenn wir 2020 über ein neues “ausgewogenes” Bäderkonzept nachdenken:

„Eine solche Einrichtung ist eine zwingende Notwendigkeit im Interesse der Bevölkerung. Bei Errichtung dieser Anlage soll es sich nicht um ein reines Sportbad, sondern um ein Volksbad handeln, in welchem die Erholungssuchenden in gleicher Weise eine Erholungsstätte und ein Betätigungsfeld finden.[…] Der Erholungssuchende, der sich mehr in der Luft und in der Sonne als im Wasser aufhält, schätzt eine geschützte Lage des Bades, das ihm auch den Genuß des Verweilens oder Spielens im Freien ermöglicht“.

Die letzten 60 Jahre

Die Spitzenjahre sind längst vorbei. Ein bis zweitausend Tagesgäste gehören trotz Klimawandel der Vergangenheit an. Dennoch ist das Voerder Freibad eine kommunale Erfolgsstory. Denn in den ersten Jahrzehnten hat unser Freibad das Schwimmsport- und Freizeitangebot in unserer Stadt maßgeblich geprägt. Danach wurde das Interesse weniger, da andere Freizeitbeschäftigungen lockten.

Nach vierzig Jahren kam dann das Freibad ins Gerede. Die Bäumchen waren zwar zu einem stattlichen, erbaulichen Park gewachsen, aber Technik und Bausubstanz zeigten Verschleiß.

Sanierung war nötig, um die Betriebsbereitschaft zu sichern. Dann kursierten 2004 auch noch Gerüchte über eine mögliche Schließung, was 2005 zur Gründung des gemeinnützigen Fördervereins Freibad Voerde e.V. führte. Der Verein investierte in den folgenden 15 Jahren mit Mitgliederbeiträgen und Spenden gut 150.000 Euro in die Attraktivitätssteigerung, sowie mit enormer Mannkraft Jahr für Jahr in den Betriebserhalt der Anlage. Heute ist die schwimmende und badende Voerder Bevölkerung stolz auf dieses Kleinod an der Allee, um das uns die benachbarten Gemeinden zu Recht beneiden.

Deshalb freuten wir uns umso mehr, dass wir am 30. Juni 2019 das 60jährige Jubiläum unseres Freibads feiern konnten. Unser Freibad darf mit Fug und Recht als Vorbild für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen kommunalem Betreiber und gemeinnützigem Förderverein bezeichnet werden.

Jubiläums-Festschrift

Die Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Freibades können Sie hier einsehen. Dort können Sie die ganze Story nachlesen.

Aus dem VOERDERer

Über die letzten 15 Jahre in der Entwicklung des Freibades berichtete der VOERDERer in der Ausgabe 06/2019.

Und das Hallenbad?

Das Hallenbad im Stadtteil Friedrichsfeld wurde  nach einer Planungszeitraum von zwei Jahren und einer Bauzeit von lediglich 18 Monaten im April 1975 seiner Bestimmung übergeben. Mithin das Freibad nahe des Schulzentrums Süd zu liegen kam, verfolgten die Ratsherren beim Hallenbad die Absicht, diesmal das Schulzentrum Nord zwischen den gewachsenen Ortsteilen Spellen und Friedrichsfeld zu bevorzugen. Die Baukosten von damals 4,1 Mill. DM wurden durch Fördermittel des Landes NRW ermöglicht.

Das Hallenbad ist mittlerweile in die Jahre gekommen, wurde aber technisch stets auf adäquatem Betriebsniveau gehalten. 2019 wurde es durch eine neue Klimaanlage aufgerüstet, und ihm ein dezentes Facelifting verpasst. Die Sauna erhielt einen neuen Ofen. So ist auch diese Schwimm- und Badeeinrichtung für die nächsten Jahre gerüstet. Das Hallenbad ist sportliche Heimat aller Voerder Schulen, der Schwimmabteilung des TV Voerde 1920 e.V., der DLRG Ortsgruppe Voerde, der Volkshochschule Voerde mit ihren Aquafitness-Kursen, sowie des Fördervereins Voerder Bäder e.V.