In Erinnerung an Edith Rüß

Edith Rüß ist am 19.03.2026 mit 93 Jahren verstorben. Der Förderverein Voerder Bäder e.V. erinnert sich, und ehrt hier eine Mitstreiterin und Ehrenamtlerin der allerersten Stunde.

Sie lebte in letzter Zeit zurück gezogen in einem Heim, und ihr Tod kam nicht „plötzlich und unerwartet“. So haben die Angehörigen, als Edith am 19. März 93jährig verstarb, auf der Todesanzeige mit dem Hinweis auf die „vielen schönen und bewegenden Erinnerungen“ von Edith Abschied genommen.

Das wollen wir vom Förderverein Voerder Bäder e.V. hier ebenfalls tun, und zwar mit einer Zusammenfassung der Rolle von Edith Rüß bei der Rettung des Freibades seit 2004, und mit einer kleinen, aber repräsentativen Bilderstrecke.

Edith, damals 70jährig und noch sportliche Frühschwimmerin, gehörte zu den allerersten ehrenamtlich engagierten Bürgern der Stadt, die sich der Unterschriftenaktion der Bewegung „Rettet das Schwimmbad an der Allee“ anschloss und bei jeder Gelegenheit ihre Meinung vertrat: „Das Freibad muss bleiben“.

Zehn Gründungsmitglieder zeigten sich der Presse, als der Förderverein Freibad Voerde e.V. 2005 aus der Taufe gehoben wurde: Edith Rüß oben in der Mitte flankiert von Holger Rissel (links) sowie Ingo Retaiski und Holger Frütel (rechts); in der vorderen Reihe v.l.n.r.: Frank Retaiski, Ralf Dickmann, Monika Werthmann mit Tochter Wibke, und rechts außen Günther Jacobi

Edith war dann nach der Unterschriftenaktion (2337 Unterschriften im Sommer 2004 Bürgermeister Spitzer überreicht) folgerichtig auch streitbares Gründungsmitglied des 2005 gegründeten Fördervereins Freibad Voerde e.V.. Zusammen mit ihrem Mann Karl hat sie auf vielerlei Art und Weise die folgenden Jahre aktiv zum Wohl des Vereins beigetragen. Gartenarbeit war ihr großes Hobby, für welches sie im Freibad ausreichend Möglichkeiten im Frühjahr und Sommer vorfand. Maßgeblich war sie die ersten zehn Jahre aktiv für die Ausrichtung des sonntäglichen Frühschwimmerfrühstück zusammen mit Monika Werthmann zuständig. Gleiches galt für die Organisation und Ausrichtung des seit 2007 jährlich stattfindenden Sommerfestes für Vereinsmitglieder.  Viele Bilder zeigen, dass Edith Rüß neben Arbeit auch Freude und Spaß in der Gemeinschaft des Fördervereins fand. Wichtig war ihr stets der Kontakt zu Gleichgesinnten und Mitstreiterinnen. Edith war auch eine überaus aktive Schwimmerin, die morgens, bevor sie ins Geschäft ging, als Frühschwimmerin ihre Bahnen zog. Ihr weithin erkennbarer blauer Sportbadeanzug war ihr Markenzeichen. Dadurch, dass sie als Voerder Geschäftsfrau sehr gut vernetzt war (man würde heute sagen „Sie kannte Hinz und Kunz“), konnte sie so manches neue Mitglied für den Förderverein gewinnen. Stets machte Edith Werbung für das Freibad und den Verein und konnte manchmal auch kompromisslos ihre Meinung vertreten, wenn die Zusammenarbeit mit der Stadt als Badbetreiberin ihren selbstbewussten Vorstellungen so gar nicht entsprach. Bedenkenträgertum oder das Errichten von Schwellen bei Entscheidungen waren nicht ihre Sache, wenn es darum ging, ihr Freibad nicht nur am Leben zu halten, sondern stets zu verbessern. Ihre Spendenbereitschaft endete nicht am Portemonnaie, sondern beinhaltete damals auch den Ersatz unserer in die Jahre gekommene Küche im Aufenthaltsraum des Freibades. Von Anbeginn hatte sich Edith stark gemacht für die Vergrößerung und Einfriedung des Fahrradparkplatzes und eine Fahrradwache an Hochsaisonstagen. Die hier zusammengetragenen Bilder zeigen, dass Edith nie im Alleingang agierte, sondern beim Arbeiten wie auch Feiern immer Gleichgesinnte um sich scharte.

Der Förderverein Voerder Bäder e.V., der 2016 aus dem Förderverein Freibad Voerde e.V. hervorgegangen war, verdankt Edith Rüß sehr viel. Wir möchten auch durch diesen Artikel zur Erinnerung an diese gemeinnützig überaus engagierte Bürgerin beitragen.

(Günther Jacobi 07.05.2026).

25.05.2005 Frühstück
03.12.2005 Weihnachtsmarkt